Behauptungen, die nicht stimmen.

Herausgegeben hat dieses Quiz das greenpeace magazin 2020.
Auch nachzulesen unter:
www.greenpeace-magazin.de

Behauptung 1:

Selbst, wenn es stimmt, dass sich die Erde erwärmt: Am Klimawandel stirbt doch keiner.

Richtig ist:

Allein in Berlin und Hessen gab es laut Berechnungen des Robert-Koch-Instituts infolge der Hitzewelle 2018 mehr als 1000 Todesfälle. Weltweit sterben heute schon Hunderttausende pro Jahr, wenn man die Opfer klimabedingter Unwetter, Großbrände, Hitzewellen, Missernten und Erkrankungen zusammenzählt.

Behauptung 2:

Ein paar Zehntel Grad Erderwärmung und ein wenige Millimeter höherer Meeresspiegel - nicht euer Ernst, dass das die Welt aus den Fugen bringt!

Richtig ist:

Die Zahlen mögen klein wirken, die Folgen sind riesig. Erwärmt sich die Erde um zwei statt um 1,5 Grad, könnten über eine Milliarde Menschen zusätzlich extremen Hitzewellen und Dürren ausgesetzt sein. Und schon ein geringer Pegelanstieg des Meeres kann bei Wirbelstürmen zur Überflutung riesiger Gebiete führen. Übrigens beschleunigt sich der Anstieg: Ohne Klimaschutz klettert der Meeresspiegel bis 2100 um mehr als einen Meter - und steigt danach Jahrhunderte weiter.

Behauptung 3:

Selbst wenn es den Klimawandel gibt: Allein können wir in Deutschland doch eh nichts ausrichten, wenn Länder wie die USA oder China nicht mitziehen.

Richtig ist:

Als viertgrößte Industrienation hat Deutschland Einfluss auf die internationale Politik, den wir zur Bekämpfung der Klimakrise nutzen sollten. Glaubwürdig sind wir dabei nur, wenn wir selbst mehr für den Klimaschutz tun. Außerdem können wir durch Innovationen - etwa bei den erneuerbaren Energien - den Wandel in anderen Ländern beschleunigen helfen. Und, nicht vergessen: Deutschland zählt zu den zehn größten Produzenten von Treibhausgasen.

Behauptung 4:

Für Klimaschutzmassnahmen ist es eh schon zu spät. Wir werden die Auswirkungen des Klimawandels nicht mehr verhindern können

Richtig ist:

Es stimmt: Selbst wenn wir heute aufhören, Treibhausgase zu erzeugen, würde sich die Erde noch viele Jahre lang weiter erwärmen. Aber es geht darum, den Temperaturanstieg zu begrenzen. Dabei zählt angesichts der Folgen jedes Zehntelgrad. Wenn wir die Erwärmung bei maximal 1,5 Grad stoppen, können wir die Klimakrise noch bewältigen, sagt die Wissenschaft. Tun wir nichts, wird es auf der Erde Ende des Jahrhunderts im Schnitt bis zu 6 Grad wärmer sein.

Behauptung 5:

Klimaschutz ist nur was für Wohlhabende. Durch die erhöhten Kosten für Benzin und Strom droht uns die soziale Spaltung.

Richtig ist:

Würde man, wie geplant, CO2- Emissionen direkt besteuern, könnte man Geringverdiener im Gegenzug mit den Einnahmen doch auch wieder entlasten. Übrigens sind die Wohlhabenderen - auch und gerade im Weltmassstab - für den Großteil der CO2- Emissionen verantwortlich, während die Ärmeren viel stärker von den Folgen betroffen sind.

Behauptung 6:

Mag ja sein, dass es den Klimawandel wirklich gibt. Aber nur weil ich aufhöre zu fliegen oder mit dem Auto zu fahren, halte ich ihn auch nicht auf.

Richtig ist:

Natürlich ist der Beitrag eines Einzelnen verschwindend gering. Doch wir sind über 7 Milliarden Einzelne und tatsächlich kann jeder von uns viel bewirken: Als Vorbild, durch Spenden und politisches Engagement. Auch die Folgen unseres persönlichen Verhaltens sollten wir nicht unterschätzen: wenn ich mir nur einen Flug nach Mallorca spare, schmelzen zwei Quadratmeter Meereis weniger, haben Forscher errechnet.

Behauptung 7:

Warum die Panik? Überall werden doch gerade innovative Techniken entwickelt, damit wir das Problem mit den Treibhausgasen in den Griff bekommen.

Richtig ist:

Nachhaltige und finanzierbare Lösungen, um im nötigen Massstab CO2 wieder aus der Atmosphäre zu holen, existieren nicht und sind auch nicht in Sicht. Wir brauchen die Lösungen aber schon heute und nicht erst in ein paar Jahrzehnten. Emissionen von vornherein zu vermeiden ist viel einfacher und billiger.

Behauptung 8:

Extremwetter hat es schon immer gegeben, das hat mit dem Klimawandel nichts zu tun!

Richtig ist:

Stürme, Hitzewellen und Starkregen sind nicht neu. Aber die vergangenen vier Jahre waren auf der Welt die wärmsten seit es Wetteraufzeichnungen gibt. Mit der Temperatur steigt auch der Wasserdampfgehalt in der Atmosphäre, deshalb steht potentiell mehr Energie für extreme Wetterereignisse bereit. Inzwischen kann man auch den Anteil des Klimawandels an einzelnen Wetterextremen berechnen und etwa sagen, dass extreme Hitzewellen viel wahrscheinlicher geworden sind.

Behauptung 9:

Erst das Waldsterben, dann das Ozonloch, jetzt das Klima - das ist doch alles nur Panikmache. Das Ozonloch hat sich geschlossen und der Wald lebt immer noch.

Richtig ist:

Das Ozonloch ist erst durch gemeinsames Handeln wieder geschlossen worden, jedenfalls so gut wie. Und zwar, weil die Produktion von FCKW, wie es in Sprays oder Kühlschränken verwendet wurde, weltweit verboten wurde. Das Waldsterben haben wir in Deutschland vor allem mit Hilfe von Rauchgasentschwefelungsanlagen in Kohlekraftwerken und Abgasfiltern in Autos stoppen können. Inzwischen macht allerdings der Klimawandel vielen Wäldern zu schaffen.

Behauptung 10:

Klimaschutz belastet unsere Wirtschaft und gefährdet Arbeitsplätze.

Richtig ist:

Ökonomen sind sich sicher, dass eine ungebremste Klimakrise die Wirtschaft viel stärker belasten würde. Die Kompensation der Schäden würde weltweit Billionen Euro kosten. Ausserdem hat sich längst gezeigt, dass Klimaschutztechnologien riesige Potenziale bergen. In Deutschland sind derzeit weit über 300.000 Menschen in Bereich der erneuerbaren Energien beschäftigt, mehr als zehnmal so viel wie im Kohlebergbau.

Behauptung 11:

Erneuerbare Energien sollen das Klima retten. Aber was machen wir ohne Kohle- und Atomstrom, wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint?

Richtig ist:

Klar, wir brauchen Speichertechnologien, intelligente Netze und Effizienz beim Verbrauch, um komplett auf erneuerbare Energien umzusteigen. Es lohnt sich, in diesen Bereich zu investieren statt weiter in Atom oder Kohle. Die Nutzung der Atomkraft ist mit ungelösten Sicherheit- und Entsorgungsfragen sowie enormen Kosten verbunden. Und man müßte mehrere tausend Kernkraftwerke neu dazu bauen, um die Welt auch weiterhin mit Energie zu versorgen.

Behauptung 12:

Unsere Autos und Flugzeuge sind doch schon viel sparsamer geworden!

Richtig ist:

Klar stoßen sparsame Verkehrsmittel weniger CO2 aus - nur wird das durch die Zunahme des Verkehrs wieder zunichte gemacht. Flugzeuge verbrauchen zwar inzwischen etwas weniger Treibstoff pro Passagier, aber dafür wird immer öfter geflogen. Außerdem gibt es mehr und mehr schwere Autos denn je. Während die CO2- Emission im Bereich Strom und Heizen in Deutschland seit 1990 sanken, blieben sie beim Verkehr nahezu konstant. In der Luftfahrt stiegen sie sogar noch an.

Behauptung 13:

In der Wissenschaft ist der menschengemachte Klimawandel immer noch umstritten. Warum geht man da von Gewissheit aus?

Richtig ist:

Beinahe 99% der weltweiten Klimaforscher sind vom menschengemachten Klimawandel überzeugt. Würden Ihnen 99 von 100 Ärzten eine schwere Erkrankung diagnostizieren, würden Sie vermutlich auch handeln.